E-Medikation als Musteranwendung der elektronischer Gesundheitsakte
2009-11-23 18:45
Die elektronische Gesundheitsakte ist eines der zentralen Themen für die Vernetzung im Gesundheitsbereich, erhofft man sich von dieser Technologie doch gleichzeitig Einsparungen in der Gesundheitsverwaltung und bessere Betreuung der Patienten. Eine der ersten praktischen Anwendungen sollen dabei die sogenannte E-Medikation sein.
Wie verträglich sind Medikamente?
Das Medikamente nicht nur positive Wirkungen haben ist allseits bekannt. Die Ursache für negative Wirkungen kann mehrere Gründe haben: zum einen die klassische Nebenwirkung eines Medikaments, zum anderen unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen von Patienten eingenommenen Medikamenten. Darüber hinaus treten auch bei falschen Verschreibungen oder Dosierungen Probleme für den Patienten auf.
Gute Erfahrungen aus Salzburg
Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Arzneimitteln Sicherheitsgurt in Salzburg sprechen für sich: In einem Zeitraum von fast 18 Monaten wurden dort rund 88.000 Meditationen ausgewertet. Rund eon Viertel davon (ca 23.000) waren vom Patienten selbst ertandene, nicht verschreibungspflichtige Arzetneimittel. In rund 16% der Medikationen wurden Warnungen zu Wechselwirkungen der Arzneimittel ausgelöst, in vier Prozent der Fälle in kam es zu Doppelten Medikationen. Rund 1/3 aller aufgetretenen Warnungen wurden als relevant eingestuft.
Experten einig über Wichtigkeit der E-Medikation
Auf dem von Veranstalter Conect organisierten ExpertenTag zum Thema E-Medikation am 19.11.2009 in Wien waren sich Fachleute von KAV, Ärztekammer und Apothekerkammer einig: die Einführung der E-Medikation ist eine wesentliche Anwendung der Elektronischen Gesundheitsakte, mit der die Betreuungsqualität für die Patienten verbessert werden kann. Offen sind jedoch noch Fragen zu Haftung, Datenschutz und nicht zuletzt zur Finanzierung.
Überregionales Projekt im Herbst 2010
Nach den positiven Erfahrungen mit dem Arzneimittel Sicherheitsgurt in Salzburg soll im Herbst 2010 ein Projekt gestartet werden, welches über regionale Grenzen hinaus geht: die Bundesländer Wien, Salzburg und Tirol werden sowohl niedergelassene Ärzte als auch Spitäler und Apotheken in das Projekt einbinden. Damit sollen die Erfahrungen ausgebaut und das überregionale Zusammenspiel erprobt werden.
Softwareeinbindung entscheidend
Der Erfolg eines solchen Systems zur Verletzung von Gesundheitsdaten hängt nicht zuletzt von der einfachen Integration in die gebräuchlichen Anwendungen ab. Um diese Einbindung flächendeckend umsetzen zu können, ist eine Integration in die Standard-Software für Ärzte oder Apotheken notwendig. Dies stellt jedoch einen nicht zu unterschätzenden Aufwand dar, existieren beispielsweise rund 70 Hersteller von Ärzte-Software. Die Frage nach den Finanzierungen für die notwendigen Anpassungen drängt sich dabei natürlich auf. Vertreter der Ärztekammer wiesen bei der Veranstaltung darauf hin, dass solche anfallenden Kosten nicht direkt auf die Ärzte abgewälzt werden können.
Datenschutz und Haftung
Die Vernetzung von sensiblen Informationen wie Gesundheitsdaten ist auch aus Datenschutz-Sicht nicht unproblematisch. Wo heute Gesundheitsdaten in isolierten Praxislösungen gespeichert sind, sollen diese Zukunft die systematische vernetzt werden. Durch diese Verknüpfung steigen auch das Gefahrenpotential: gelangen diese Daten einmal in falsche Hände, kann ein unbefugter sich rasch einen umfassenden Überblich zum Gesundheitszustand eines Patienten machen. Ebenfalls noch ungeklärt ist die Frage nach der Haftung für die einzelnen Ärzte, beispielsweise wenn Daten in der eigenen Anwendung fehlerhaft oder unvollständig gespeichert ond solcherart an das Gesamtsystem weitergegeben werden.
Weitere Informationen
- Infos zur E-Medikation
- e-Medikation – gemeinsam mehr Sicherheit für den Patienten
- Presseaussendungen
- Österreich auf dem Weg zur E-Medikation
